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Haus Moriah Josef-Kentenich-Institut (JKI) Kentenich-Akademie Kentenich-Akademie 2006-07

JKI Kentenich-Akademie

Kentenich-Akademie:
Schönstatt for the next generation

Das Anliegen der Kentenich-Akademie

Kentenichakademie

Kentenichakademie Bilder
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20 Junge Erwachsene zwischen 25 und 35 Jahren, darunter vier Ehepaare, haben sich in einer Akademie zusammengefunden, um sich intensiver mit Pater Josef Kentenich und der Schönstattbewegung auseinanderzusetzen. Viele der Teilnehmer haben sich während ihrer Jugendzeit in der Schönstattbewegung engagiert. Jetzt wollen sie das damals gewonnene Fundament vertiefen. Die Kentenich-Akademie umfasst vier Treffen, jeweils an einem Wochenende und über ein Jahr verteilt. Zustande gekommen ist diese Akademie auf Initiative des Jungen Schönstatts und wird zusammen mit dem Josef-Kentenich-Institut durchgeführt. Jedes Treffen ist einem the-matischen Schwerpunkt gewidmet, die von verschiedenen Referenten aus unterschiedlichen Gemeinschaften der Schönstattbewegung vorbereitet und mit den Teilnehmern zusammen erarbeitet werden. Geleitet wird die Akademie vom Präsidenten des Josef-Kentenich-Instituts, Dr. Bernd Biberger. Tagungsort der Kentenich-Akademie ist das Priester- und Bildungshaus Berg Moriah.

Das erste Treffen

Das erste Treffen fand vom 6. bis 8. Oktober 2006 statt. Es stand unter dem Motto: „Göttliche Initiative – menschliches Wagen. Gründungsgeschichte(n) in Schönstatt“. Dabei stand das Fragen und Suchen Pater Kentenichs auf die Spuren Gottes in den Zeichen der Zeit im Mittelpunkt sowie seine Antwort darauf, die nicht selten aus menschlicher Sicht ein großes Wagnis darstellte.

Nach einem ersten Kennenlernen und einer Einstimmung am Freitagabend legte P. Prof. Dr. Joachim Schmiedl, Mitglied der Schönstatt-Patres und Professor für Mittlere und Neuere Kirchengeschichte an der Hochschule in Vallendar, am Samstagvormittag dar, wie Schönstatt geworden ist und welche Spuren Pater Kentenich wie deutete. Er referierte dabei nicht nur die verschiedenen Ereignisse, sondern stellte sie auch auf dem Hintergrund der geschichtlichen Situation dar. Im Anschluss daran waren die Teilnehmer eingeladen, nach dem Einbruch des Göttlichen im eigenen Leben zu suchen. Wo hat Gott im Leben der Teilnehmer die Initiative ergriffen und wie haben die Teilnehmer darauf reagiert? Dabei kam es in Kleingruppen zu fruchtbaren Gesprächen.

Am Samstagnachmittag besuchten die Teilnehmer die Wohnung Pater Kentenichs im Schulungsheim auf Berg Schönstatt und ließen sich dort erzählen, wie Pater Kentenich auch in späteren Jahren als Gründer gewirkt hat. Begleitend dazu zeigten kurze Texte von Pater Kentenich seine eigene Sicht auf. Zurück auf Berg Moriah erarbeiteten sich die Teilnehmer in Gesprächen und Diskussionen das Bauprinzip Schönstatts: Nichts ohne dich – nichts ohne uns.

Nach Eucharistiefeier und Abendessen waren die Teilnehmer zu einem Kamingespräch eingeladen. Fr. Prof. Dr. Inge Birk, Generaloberin der Frauen von Schönstatt, und Pfr. Oskar Bühler, Hausrektor von Berg Moriah und Mitglied des Priesterverbandes, erzählten von den Gründungen ihrer Gemeinschaften. So wurde deutlich, dass Gründung sich in Schönstatt nicht nur 1914 ereignet hat, sondern immer wieder neu ereignet. Schließlich hat Pater Kentenich selbst dazu aufgefordert, dass jede Generation Schönstatt von neuem gründen müsste. Während Fr. Dr. Birk aus einer Reihe von Briefen und Berichten aus den 30er und 40er zitieren konnte, erzählte Pfr. Bühler aus eigenem Erleben von der Neugründung seiner Gemeinschaft Mitte der 60er Jahre. Beide Berichte beeindruckten die Teilnehmer, was anschließend trotz später Stunde noch zu einem intensiven Gespräch mit den beiden Gästen führte.

Am Sonntagmorgen bot P. Schmiedl noch einmal die Gelegenheit, Fragen zu stellen, die sich vom Vortag noch ergeben hatten. Erneut wurde deutlich, wie vielfältig die Geschichte Schönstatts ist. Mit einer Eucharistiefeier schloss das erste Treffen.

Das zweite Wochenende

Vom 19. bis 21. Januar 2007 kamen die Teilnehmer der Kentenich-Akademie zu ihrem zweiten Treffen zusammen. Dieses Mal stand die Zusammenkunft unter der Überschrift: „Leben im Bund: geliebt und liebend unterwegs. Matrix Liebesbündnis“. Bei diesem Treffen wollten sich die Teilnehmer das Liebesbündnis und den Mariengarten als vertiefte Form als Glaubens- und Liebesschule für unsere Zeit erarbeiten. Referentin war dieses Mal Sr. Dr. M. Doria Schlickmann von der Gemeinschaft der Schönstätter Marienschwestern, die im dortigen Generalat und im Pater-Kentenich-Haus auf Berg Schönstatt mitarbeitet.

Kentenichakademie Bilder
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Nachdem die Teilnehmer am ersten Abend zur Einstimmung ein Netz als Ausdruck des Liebesbündnisses geknüpft hatten, führte Pfr. Dr. Biberger in die biblische Bundestheologie ein. Auf diese Weise wurde deutlich, dass Pater Kentenich im Gedanken des Liebesbündnisses auf zentrale biblische Wurzeln zurückgegriffen hat.

Der Samstagmorgen begann nach Frühstück und Morgengebet im Pater-Kentenich-Haus auf Berg Schönstatt. Sr. Doria führte in zwei grundlegende Kindheits- und Jugend-erfahrungen Pater Kentenichs ein: die Weihe des 9-jährigen Josef Kentenichs an die Gottesmutter durch seine Mutter, als diese ihn ins Waisenhaus nach Oberhausen brachte, und die inneren Kämpfe während des Studiums, von denen Pater Kentenich selbst sagt, dass er sie ohne die Hilfe der Gottesmutter nicht überstanden hätte. Beide Erfahrungen erschlossen den Teilnehmern, dass die zunächst als Marienweihe, später als Liebesbündnis bezeichnete Form der Bindung an die Gottesmutter für Pater Kentenich selbst zu einem tragenden Fundament seines Lebens geworden war, die er zunächst als Spiritual den Jugendlichen, später dann vielen anderen Menschen in der Schönstatt-Bewegung nahe bringen wollte. Im Anschluss daran hatten die Teilnehmer Zeit, sich nach ihrem eigenen Schlüsselerlebnis zu fragen.

Am Nachmittag stand die Erfahrung des 20. Januars 1942 im Mittelpunkt. Nachdem Pater Kentenich die Mitteilung bekommen hatte, dass er ins Konzentrationslager gebracht werden würde, entschloss er sich an diesem Tag, keine weiteren Schritte gegen diese Entscheidung zu unternehmen, obwohl sich dazu noch eine Möglichkeit geboten hätte. Pater Kentenich sah darin den Willen Gottes. Seine Bereitschaft, ins KZ zu gehen und damit seine eigene Freiheit hinzugeben, war für ihn ein Weg, seine Bewegung zu einem Streben nach einer größeren inneren Freiheit zu ermuntern. Auf diese Weise stieß Pater Kentenich in eine tiefere Dimension des Liebesbündnisses vor, die schon im Voraus zu allem Leid ja zu sagen bereit ist, wenn dieses Leid dem Willen Gottes entspricht. Im Umfeld dieses 20. Januar bildete sich der so genannte Mariengarten heraus, der ein Ausdruck dieses Strebens nach innerer Freiheit ist und der darüber hinaus nicht nur die Bindung an Gott und an die Gottesmutter sichtbar macht, sondern auch die Verbundenheit untereinander aufzeigt. Für Pater Kentenich galt, dass sein eigenes Schicksal und das der ganzen Schönstattbewegung miteinander wesentlich verknüpft sind. Sr. Doria las dabei aus Briefen vor, die zwischen Pater Kentenich, der sich seit Herbst 1941 im Gefängnis in Koblenz befand, und seiner Bewegung hin und her gingen und von zwei Wärtern des Gefängnisses hinein- und herausgeschmuggelt wurden.

Kentenichakademie Bilder

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Am Abend feierten die Teilnehmer zunächst Eucharistie miteinander. Anschließend schauten sie miteinander den Film: „Ich bin David“ an. Dieser erzählte von einem Jungen, der in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg aus einem Konzentrationslager in Bulgarien fliehen konnte und auf abenteuerliche Weise seine Mutter in Dänemark wieder fand.

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Der Sonntagmorgen diente dazu, die eigenen Erfahrungen zu reflektieren und offene Fragen zum Thema einzubringen. Erneut entspann sich eine lebendige Diskussion. Auch dieses Mal beschloss die sonntägliche Eucharistiefeier die Tagung.

Die weiteren Treffen

Die nächsten Treffen finden vom 20. bis 22. April und vom 15. bis 17. Juni 2007 statt. Das dritte Treffen steht unter der Überschrift: „Ganz Mensch – natürlich übernatürlich. Die Vision vom neuen Menschen“, im vierten Treffen geht es um „Christ sein – Welt gestalten. Impulse für eine lebendige Kirche“. Als Referenten dieser beiden Ta-gungen haben sich Fr. Dr. Gertrud Pollak, Ordinariatsdirektorin in der Diözese Mainz, und Msgr. Dr. Peter Wolf, Generalrektor des Schönstatt-Instituts Diözesanpriester bereiterklärt.

 

 
 

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